Frag Großmutter
7 Einträge

7 » Martina
Liebe Großmutter, ich versuche immer wieder Roggenbrot mit Roggenmehl und Sauerteig zu backen. Das Brot an sich schmeckt schon ziemlich gut, ist mir aber nicht "sauer" genug. Meinen Sauerteigansatz bewahre ich im Kühlschrank auf und füttere ihn dann mit Wasser und Mehl, bis ich die gewünschte Menge habe. Meine Frage: was kann ich tun, damit der Sauerteiggeschmack im Brot intensiver wird
Vielen Dank für einen Tipp und liebe Grüße.
Kommentar: Liebe Martina,

ein kleiner Trick für einen intensiveren Geschmack beim Brot ist eine
lange Ruhezeit beim Teig. Es ist einen Versuch wert, den Teig im
Kühlschrank einen ganzen Tag und eine Nacht reifen zu lassen, bevor er
in den Ofen kommt. Dazu kann man den Brotgeschmack mit einem Brotgewürz unterstützen.

Ganz pfiffig und besonders fein im Geschmack ist der grüne Brotklee aus Südtirol, den es zwischenzeitlich auch in unseren Breitengraden getrocknet und gemahlen zu kaufen gibt. Doch hier gilt, weniger ist mehr.

Viel Erfolg

6 » Edeltraud
Hallo Großmutter,
ich suche ein Rezept für Grüne Nüsse, süß eingelegt.
Kommentar: Liebe Edeltraud,
hier habe ich ein Rezept von unserem Mein Ländle-Koch Johannes Guggenberger

Grüne Nüsse - süß eingelegt

Zutaten:

1.kg grüne Walnüsse
500 ml Wasser
1.300 Gramm Zucker
5 Gewürznelken
2 1/2 Stangen Zimt
Schale, ohne das Weiß von 2 unbehandelten Zitronen

Herstellung:

Die Nüsse mit einer Gabel oder Nadel rundum ca. 4 – 6 mal anstechen.
Dieses Vorgehen bewirkt das ein Teil der vielen Gerbsäure, welche in den
Nüssen enthalten ist, austreten kann.

Dann die Nüsse für 7 Tage in kaltes Wasser legen, zwei mal am Tag das Wasser erneuern.. Am 8. Tag die Nüsse in frischem Wasser so lange kochen, bis sie weich sind. Sie sind gar, wenn Sie ohne Mühe eine Nadel oder Gabel durchstechen können. Die Nüsse werden hierbei schwarz, das ist ein natürlicher Prozess und völlig normal. Etwas vom Kochwasser aufheben. Aus den 500 ml Wasser und dem Zucker einen dickflüssigen Sirup kochen. Die Nüsse mit den Gewürznelken, den Zimtstangen und der Zitronenschale in ein passendes, vorbereitetes Glas füllen. Den Sirup darüber gießen,- falls die Nüsse nicht bedeckt sind, noch etwas vom vorher gekochten Nusswasser zugießen. Das Glas mit einem Tuch bedecken und 3 Tage kühl, am besten im Keller, stehen lassen. Nach den 3 Tagen den Sirup ohne Nüsse aus dem Glas gießen, wieder aufkochen lassen und wieder über die Nüsse leeren, nochmals 3 Tage stehen lassen. Dann den Sirup mitsamt den Nüssen einmal aufkochen, wieder ins Glas füllen und gut verschließen. Die Nüsse frühestens nach 6 Monaten probieren. Je länger sie stehen, desto besser werden sie geschmacklich!

Liebe Grüße
Großmutter

5 » Ewald
Hallo Großmutter,

warum müsset die Kartoffeln für den Kartoffelsalat erst nach dem Kochen geschält werden? Unser Sohn schält sie vor dem Kochen.

Liebe Grüße
Ewald
Kommentar: Hallo Ewald,

bei den Kartoffeln sitzen die meisten Nährstoffe wie Vitamine direkt unter der Schale. Nach dem Kochvorgang lässt sich die reine Schale, ohne Kartoffel-Verlust abziehen. Dieser Vorgang funktioniert beim rohen schälen nicht, hier muss immer etwas von der Kartoffel (gerade da wo die meisten Nährstoffen vorhanden sind) mitgeschält werden.

Außerdem schützt die Schale auch, sozusagen als Außenhaut, die Kartoffeln vor zuviel Wasseraufnahme beim Kochvorgang. Somit hätten wir drei Vorteile gegenüber der rohen Schälung:

1: weniger Kartoffel-Verlust durch weniger schälen
2: weniger Verlust an Nährstoffen und 3: Schutz vor zuviel Wasseraufnahme der Kartoffeln beim Kochvorgang.

Großmutter

4 » Großmutter aus Mein Ländle
Hier verrate ich euch noch mein Lieblingsrezept:

Terrassenbrötle
Teig: 300 g Mehl, 150 g Butter, 120 g Zucker, etwas Vanillezucker, 1 Ei
Füllung: Träublegelee und Puderzucker

Aus den Zutaten für den Teig einen Knetteig herstellen und anschließend
kühl stellen.
Den Teig auf einer bemehlten Unterlage ca. 3 mm dünn ausrollen und eine
gleiche Anzahl von drei verschieden großen Blumen oder Sternen oder
Kreisen ausstechen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech
legen. Bei 170 °C ca. 10 min backen. Der Teig soll hell bleiben.
Das abgekühlte Backwerk dann mit Träublegelee (rotes Johannisbeergelee)
zu Terrassen zusammensetzen. Unten die größte Form wählen, dann die
mittelgroße und oben die kleinste. Das Werk anschließend dick mit
gesiebtem Puderzucker einstäuben.

Tipp: Um das Gelee richtig zu dosieren und die Kleckerei einzuschränken,
das Gelee in eine Ecke eines Gefrierbeutels füllen, eine kleine Ecke
abschneiden und den Beutel mit dem Gelee wie eine Sahnetülle verwenden.
In Dosen kühl aufgewahren.

3 » Sonja aus Gniebel
Hallo Großmutter,

was gibt es denn alles an richtig typisch
württembergische Plätzle’s Sorten?

Liebs Grüßle Sonja
Kommentar: Grüß Gott Sonja,
württembergisch oder badisch, da unterscheiden sie die beiden Landesteile kaum. Springerle, Bärentatzen, Spitzbuben, Vanillebrötle, Zimtsterne ... und noch viel mehr.

Schöne Grüße
von der Großmutter

2 » Rolf Thiele aus Lippetal
Liebe Oma!
I wohn jetzt im Münschter-Ländle, da gibt es keine Maultäschle! Gibsch mir dei Rezeptle?
Gruß Rolf
Kommentar: Hallo Rolf,

gerne verrate ich Dir mein Lieblingsmaultaschenrezept:

Altenrieter Maultaschen-Auflauf

Zutaten:

1. -Maultaschen
2. -Butter
3. -Spinat (frisch oder Tiefkühlware)
4. -Käse (Emmentaler gerieben oder am Stück zum selbst Reiben), eine Flasche Riesling (im Sommer) oder Trollinger (im Winter) vom Weingut Konrad Zaiß (aus Stuttgart-Obertürkheim).
5. -eine Flasche Grauburgunder, 3 Sterne, im Holzfass gereift von den Bad Cannstatter Weingärtnern (im Winter und im Sommer, und im Frühling und im Herbst erst recht)

Weitere Zutaten:

- Auflaufform oder Emailbräter
- Ein heißer Ofen
- Ein Weinglas für ¼ Wein


Als erstes den Ofen auf circa 180 Grad C vorheizen. Ein ausreichend große Auflaufform aus Email (nicht zu verwechseln mit einer Email vom Computer) oder eine Auflaufform aus Glas oder Porzellan sollte ausreichend mit Butter von glücklichen Kühen gefettet werden.
Am besten mittels Butterbrotpapier.

Man nehme 3-4 Maultaschen (der Firma Bürger, vom Aldi oder vom Hasenwirt aus Stuttgart-Uhlbach) pro Person und schneide sie in dünne Scheiben. Achtung: nur so dünn schneiden, dass die Scheiben nicht zerfallen.
Die Scheiben werden nebeneinander in die Auflaufform gelegt (in der Breite), so dass man die Butter nicht mehr sehen kann.
Man überdecke die Maultaschen mit einer Schicht Spinat. Bei gefrorenem Spinat diesen vorher auftauen lassen, frischer Spinat sollte zuvor blanchiert werden.

Wenn alles schön grün bedeckt ist, den Käse so darüber reiben oder legen, dass man nun auch kein Grün vom Spinat mehr sieht. Bei fertig geriebenem Käse ist das ganz einfach; Käse der am Stück gekauft wurde, muss zuvor noch gerieben werden. Das gibt zwar eine größere Sauerei in der Küche, aber irgendeiner muss die dann halt hinterher reinigen.

So, und nun das Ganze wieder von vorne, beginnend mit einer Schicht Maultaschen. Das macht man alles solange, bis die Auflaufform randvoll ist.
Am Schluss bitte eine doppelte Schicht Käse darüber streuen und auch ein paar Flocken der Butter von glücklichen Kühen.
Das Ganze kommt dann in den Ofen.

Während der Auflauf nun eine halbe bis dreiviertel Stunde vor sich hin bäckt, öffnet man am besten eine Flasche Wein. Im Sommer ein Riesling oder im Winter ein Trollinger von Konrad Zaiß aus Obertürkheim. Während des Weingenusses kann man ab und an nach dem Auflauf schauen. Aufpassen, dass der Auflauf beim Herausnehmen nicht herunterfällt! Im Zweifel ist er nämlich sehr heiß. Sollte er trotzdem runterfallen, fängt man einfach noch mal von vorne an, sofern man noch Maultaschen übrig haben sollte.
Aufgepasst: Mit jedem abgestürzten Auflauf erhöht sich der Schmutzgehalt in der Küche und die Fettschicht auf dem Küchenboden, und die eigene Sturzgefahr steigt- nicht zuletzt wegen überhöhtem Weingenuss.

Wenn die Käsekruste zwischen rehbraun und eigelb-gelb variiert, ist der Auflauf fertig.
Meistens geht dieser Zustand mit dem Inhalt der Flasche, bzw. seiner Leere, einher.

Man holt die Auflaufform nun aus dem Ofen-Vorsicht, das Ganze ist sehr heiß!
Man nehme dazu einen Topflappen oder einen gepolterten Büstenhalter (neudeutsch: Push-Up) der Ehefrau. Mit einem Pfannenwender Portionen abstechen und appetitlich auf die Teller anrichten.

Dazu öffne man den außergewöhnlichen Grauburgunder und genießt ihn zusammen mit dem schwäbischen Essen. Hat man beides genossen und eine schöne Frau sitzt gegenüber- was will man mehr.


Die besten Rezepte findest Du in dem Buch "Maultaschen – Genuss in Hülle und Fülle", erschienen im Hampp-Verlag.
Wenn Du fertige Maultaschen haben willst, dann empfehle ich Dir die Maultaschen vom Hasenwirt in Stuttgart-Uhlbach:
http://www.zum-hasenwirt.de/maultasche.html


Guten Appetit
Großmutter

1 » Großmutter aus Mein Ländle
Liebe Leser,

hier könnt Ihr mir Fragen über Großmutters Erfahrungsschatz stellen
oder fragen was euch an Mein Ländle am meisten Interessiert.

Eure Großmutter


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